Diagnose
Tückisch: Warnzeichen sind oft schon Spätzeichen
Ein Dickdarmtumor wächst nicht von heute auf morgen, sondern ganz langsam im Laufe von Jahren oder sogar Jahrzehnten. Betroffene spüren meist lange nichts davon, das ist das Heimtückische an der Erkrankung. Und das macht es auch so schwer, die typischen Beschwerden von Darmkrebs zu beschreiben.
Das einzige Symptom, das meistens sofort alarmiert, ist Blut im Stuhl. Das kann bei Darmkrebs auftreten, wenn die feinen sehr empfindlichen Blutgefäße des Tumors verletzt werden. Blut im Stuhl bedeutet jedoch nicht automatisch Darmkrebs, es kann auch bei anderen harmlosen Erkrankungen wie Hämorrhoiden oder hartem Stuhl vorkommen. Auf jeden Fall ist es ein Alarmzeichen und man sollte sofort zum Arzt gehen, um die Ursache herauszufinden.
Ernstzunehmen ist auch eine Veränderung der Stuhlgewohnheit. Darunter versteht man deutlich selteneren oder häufigeren Stuhlgang als sonst. Auch ein Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall weist darauf hin, dass mit dem Darm etwas nicht in Ordnung ist. Das gilt ebenfalls für nicht nachlassende Blähungen und Bauchschmerzen. Auch wer innerhalb kurzer Zeit unfreiwillig stark abnimmt und ständig müde, abgeschlagen und blass ist, sollte zum Arzt gehen und die Ursachen abklären lassen.
Wie wird die Diagnose "Darmkrebs" gestellt?
Heute stehen eine Vielzahl verschiedener Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um einen Tumor im Darm sicher nachzuweisen.
Dem Koloskop entgeht nichts: Vollständige Klarheit nur mit der Darmspiegelung
Bei einem Verdacht auf Darmkrebs steht die Darmspiegelung an erster Stelle. Diese so genannte Koloskopie schafft vollständige Klarheit: liegt ein Tumor vor, wird er mit der Darmspiegelung entdeckt. Zudem können mit dieser Untersuchung auch Polypen als Vorstufe von Darmkrebs erkannt und gleich während der Spiegelung entfernt werden. In der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung eine sehr sichere und komplikationsarme Methode.
Mit einem speziellen Instrument, dem so genannten Koloskop, betrachtet die Ärztin oder der Arzt das Darminnere und fahndet auf der Darmschleimhaut nach Auffälligkeiten. Das Koloskop ist ein Gerät mit einer winzig kleinen Lichtquelle und einer Kamera, die beide am Ende eines weichen, biegsamen Schlauchs angebracht sind. Der Schlauch hat etwa die Dicke eines kleinen Fingers. Er ist gleichzeitig der Werkzeuggang für die Instrumente mit denen beispielsweise die Gewebeproben entnommen werden.
Es ist kein Krankenhausaufenthalt notwendig
Die Darmspiegelung kann entweder in der Praxis eines Magen-Darm-Spezialisten (dem Gastroenterologen) oder im Krankenhaus durchgeführt werden. Ein längerer Aufenthalt in der Klinik ist dafür heute nicht notwendig. Damit der Arzt freie Sicht auf die Darmschleimhaut hat und diese genau begutachten kann, muss der Darm vollständig leer und gereinigt sein. Viele sagen, das sei der eigentlich unangenehme Teil der Darmspiegelung, denn es bedeutet Abführmaßnahmen am Vortag der Untersuchung. Dabei wird ein Abführmittel zusammen mit viel Flüssigkeit eingenommen. Das reinigt den Darm, bis nur noch klare Flüssigkeit entleert wird. Am Morgen der Untersuchung muss man nüchtern bleiben, darf also nichts essen. Die gesamte Darmspiegelung selbst dauert etwa zwanzig Minuten und ist nicht schmerzhaft, allerdings kann das Vorschieben des Koloskops als unangenehm empfunden werden. Heutzutage wird vor einer Darmspiegelung in der Regel ein Beruhigungsmittel gegeben, wodurch man in einen leichten Dämmerschlaf versetzt wird und von der Untersuchung nicht viel mitbekommt.
Nach der Diagnose erfolgt die Beurteilung der Tumor-Ausbreitung
Sollte sich der Verdacht auf einen bösartigen Tumor im Darm bestätigt haben, muss anschließend untersucht werden, ob und wenn ja, wie weit sich die Krebserkrankung im Körper ausgebreitet hat. Davon hängt entscheidend die Wahl der Behandlung ab.




